Petition (GER)

Wir, die Unterzeichner dieser Petition, ersuchen das U.S. Department of State mit dem gebotenen Respekt dringend, die kürzlich getroffene Entscheidung, die Fördermittel für das Congress Bundestag Youth Exchange (CBYX-) Programm – der deutsche Name des CBYX ist das „Parlamentarische Patenschafts-Programm“ – um 50% kürzen zu wollen, zu revidieren und auf das bisherige Förderniveau in Höhe von 4 Mio. $ anzuheben, um so der mit der Kürzung verbundenen drastischen Reduzierung der Teilnehmerzahlen vorzubeugen.

Die Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschland gehören zu den bedeutendsten Industrie- und Wirtschaftsnationen dieser Welt. Als Jugend- und Kulturaustausch hat das CBYX-Programm in den letzten 30 Jahren einen vitalen Beitrag geleistet, das gegenseitige Verständnis und Vertrauen zwischen unseren beiden Nationen zu stärken und eine der widerstandsfähigsten und engsten Allianzen des letzten Jahrhunderts zu bilden.

Mitglieder des US-Amerikanischen Repräsentantenhauses sind fest davon überzeugt, dass die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland von höchster strategischer Bedeutung bleiben und durch Austauschinstrumente wie das CBYX-Programm weiterhin gestützt werden sollten. Mitglieder des German-American Caucus im US-Repräsentantenhaus schrieben kürzlich in einem Brief an US-Außenminister John Kerry diesbezüglich:

In einer Zeit wachsender Unruhe in Osteuropa und Russland, zunehmender Gewalt im Mittleren Osten und angesichts der laufenden Handelsgespräche zwischen den Vereinigten Staaten und Europa bleiben unsere Beziehungen zu Deutschland von unvermindert großer Bedeutung – so wie in all den anderen Jahren seit Bestehen des CBYX. Wir sind davon überzeugt, dass Kürzungen des Programms nachhaltig negative Effekte auf die bilateralen Beziehungen haben werden.“

Das CBYX-Programm spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, gegenseitiges Verständnis und vertrauensvolle Beziehungen (Freundschaften) zwischen den jungen Menschen beider Nationen zu schaffen. Dies ist auch die Überzeugung von acht ehemaligen amerikanischen und deutschen Botschaftern. Sie alle hatten in ihrer Amtszeit mehrfach Gelegenheit, CBYX-Teilnehmer zu treffen und einen persönlichen Eindruck davon zu bekommen, welchen Einfluss das Programm auf das Weltverständnis der Teilnehmer , aber auch auf ihre persönliche und berufliche Entwicklung hatte.

Unsere transatlantische Allianz – sei es im Rahmen von Handel und Finanzen, von internationalen Sicherheitsfragen, sei es zu Fragen von Umwelt und Energie oder zu vielen anderen Fragen – bringt nicht nur wesentliche Vorteile für unsere eigene Bevölkerung, sondern auch für die gesamte Weltgemeinschaft. Wir müssen unserer Nachfolgegeneration zeigen, wie sie den neuen großen Herausforderungen begegnen, wie sie dabei aber auch die großen Möglichkeiten und Potentiale nutzen können, die unsere Allianz bietet. Sie sind die zukünftigen Entscheidungsträger; die Investition in ihre Zukunft muss für uns von höchster Priorität sein.“

Während einer Veranstaltung anlässlich der Würdigung des 30-jährigen Jubiläums des CBYX –Programms im Juni 2014 unterstrich Victoria Nuland, Assistant Secretary for European and Eurasian Affairs im US Department of State, diese Einschätzung ihrer Botschafterkollegen, als sie feststellte:

Die deutsch-amerikanische Partnerschaft bildet das Herzstück/den Kern der transatlantischen Partnerschaft – und das CBYX-Programm trägt wesentlich dazu bei, die Entscheidungsträger zu formen, die zukünftig diese Partnerschaft weiterführen.“

Seit Beginn des Programms im Jahr 1983 haben mehr als 23.000 junge Leute aus den Vereinigten Staaten und Deutschland die Möglichkeit gehabt, ein Jahr im jeweiligen Partnerland zu verbringen –um dort die Schule zu besuchen bzw. zu studieren, zu arbeiten und das normale Alltagsleben kennen zu lernen. Das CBYX-Programm ist in seiner Art einzigartig – unter paritätischer Finanzierung beider Parlamente und dem persönlichen Engagement ihrer gewählten politischen Repräsentanten gewährleistet es den unmittelbaren Austausch junger Menschen beider Länder. Es ist somit Symbol und Ausdruck für die Bedeutung und Besonderheit der deutsch-amerikanischen Partnerschaft. Der umfassende Ansatz, mit dem das Programm den Teilnehmern das Eintauchen in die andere Kultur vermittelt, entspricht diesem besonderen Status. Die Erfahrungen der Teilnehmer prägen sie nicht nur während ihres Austauschjahres in Deutschland oder in den Vereinigten Staaten; sie haben auch nachhaltigen Einfluss auf ihre Persönlichkeitsbildung und ihren weiteren beruflichen Werdegang in den Jahren und Jahrzehnten danach.

Als Reaktion auf die Ankündigung des US Department of State, die Programmmittel kürzen zu wollen, hat sich der Deutsche Bundestag einseitig verpflichtet, die verbleibenden Kosten für das kommende Programmjahr 2015/16 zu übernehmen. Sollte die US-Seite ihren Finanzierungsanteil danach nicht wieder auf das Niveau von 4 Mio. $ aufstocken, steht die Zukunft des Programms zur Diskussion.

Als aktuelle und ehemalige Teilnehmer des CBYX, als Freunde und Förderer dieses Programms und als besorgte Bürger sprechen wir uns nachdrücklich gegen die Halbierung der Fördermittel für das CBYX-Programm aus. Wir ersuchen die Mitglieder des US Kongresses und das US Department of State dringend, die Fördermittel auf das bisherige Niveau von 4 Mio. $ aufzustocken – für 2015 und darüber hinaus. Nur so kann der dauerhafte und nachhaltige Beitrag des Programms zum Erhalt der deutsch-amerikanischen Allianz sichergestellt werden.